1. Kammerkonzert
Beide Werke dieses Konzertes ebneten den noch jungen Komponisten den Weg zu frühem Ruhm. Während Strauss sich wenig später den großen Formen Symphonischer Dichtung und Oper zuwandte, sollte für Brahms die Kammermusik zeitlebens zum wichtigsten Kern seines Schaffens gehören. Das A-Dur-Quartett von Brahms ist großflächig angelegt und eines der umfangreichsten Werke dieser Gattung. Meisterlich verarbeitet finden wir Anklänge an „Die Stadt“ von Schubert (Heine-Vertonung) und im wörtlich zu nehmenden Scherzo Themen aus Kompositionen von J. S. Bach, Schubert und Schumann. Hans von Bülow, der sowohl Freund und Förderer von Brahms als auch Wegbereiter des jungen Richard Strauss war, ließ letzteren an seiner Verehrung für Brahms teilhaben. Das Klavierquartett des 19-jährigen Strauss ist ein Beispiel für die (temporäre) Begeisterung für den 30 Jahre älteren Komponisten und folgt dessen Spuren. Kenner der Strauss’schen Opern können bereits Vorausklänge zum Rosenkavalier erkennen. Im Jahr seiner Entstehung war das Klavierquartett auf der Höhe der Zeit und Strauss galt als bedeutendste Begabung der deutschen Instrumentalmusik. (Bettina Rühl)